
Kronen Zeitung
KAPFENBERG STELLT UM:
Mit neuen Zweimeter-Riegeln ins Frühjahr
Fußball-Zweitligist Kapfenberg startete bei einem Turnier in Istrien mit einem 1:1 gegen NK Lokomotiva ins Frühjahr. Im Camp in Medulin sprach Präsident Erwin Fuchs über ein turbulentes Zweitliga-Frühjahr, das möglicherweise keinen sportlichen Absteiger sieht.
„Wir sind in Medulin bereits Stammgast“, schmunzelt „Falken“-Präsident Erwin Fuchs (der sich nach einem schnee-bedingten Trainingsabbruch am Dienstag nun über kaltes, aber schönes Wetter freut), „haben hier beim Turnier einige Erstliga-Klubs als Gegner, deshalb haben wir auch so früh mit dem Training begonnen.“
Beim 1:1-Turnierauftakt gegen Kroatiens Erstligaklub Lokomotiva (KSV-Tor: Littig) stand mit Vinko Colic eine neue, fixe Nummer eins zwischen den Pfosten des Petrovic-Teams: „Richard Strebinger ist gar nicht mehr mit im Camp“, so Fuchs, „mit ihm ist vereinbart, dass er uns in Notfällen aushilft, aber wir wollen künftig auf unsere eigenen jungen Goalies setzen. Vinko Colic ist mit 2-Meter-02 ein echter Riese. Er kommt aus unserer eigenen Akademie und hat in seinen fünf Herbsteinsätzen immer gute Leistungen gebracht.“
Neu im Team ist auch der 22-jährige Verteidiger Philipp Breit (der gegen Lokomotiva noch geschont wurde): „Er ist ein Zweimeter-Riegel und kommt von SPAL aus der dritten italienischen Liga. Den Verein dort gibt´s nicht mehr, daher ist Philipp, der früher in Horn war, jetzt frei. Und nach einem Kreuzbandriss ist er jetzt fit.“
Dafür hat Individual-Trainer David Sencar die Falken verlassen: „Er hat eine Chance beim Wolfsberger AC“, so Fuchs, „Trainer Atalan kennt ihn aus Kapfenberg und braucht einen Vertrauten in der Bundesliga.“ Sencar, der hauptberuflich bei der Polizei ist, wird um Karenzierung bitten.
Im Frühjahr wird´s in der Zweiten Liga ja unberechenbar. Stripfing ist schon ausgeschieden, Austria Klagenfurt ist konkursgefährdet (die ÖGK setzte wegen Außenständen eine Frist bis 21. Jänner). „Ob es sportlich einen Absteiger geben wird, ist schwer zu sagen“, so Fuchs, „man muss abwarten, wie´s in Klagenfurt weitergeht. Von der Regionalliga dürfte es mit Voitsberg und Innsbruck zwei fixe Aufsteiger geben. Ob es einer aus dem Osten schafft, ist fraglich. Nur Oberwart hat um die Lizenz angesucht, ist aber sportlich schon zwölf Punkte hinter Platz eins. Wobei ich hoffe, dass die Klubs in der Zweiten Liga weiterspielen.“
Rufe nach einer Reduktion der Zweiten Liga auf zwölf Klubs werden nun laut: „Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, wir wären bei zweimal zehn Bundesliga-Klub geblieben“, schüttelt Fuchs den Kopf, „es ist halt immer ein Problem, wenn sich Klubs finanziell zu weit rauslehnen. Wir selbst waren auch auf so einem Weg, weil wir auf den Aufstieg gehofft hatten. Leider haben wir die Bestätigung für ein aufstiegstaugliches Stadion nicht bekommen. Im Sommer mussten wir deshalb die Bremse reinhauen und eine Million Euro einsparen. Damit ist bei uns jetzt alles abgedeckt.“
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